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Schnee von der Photovoltaikanlage abräumen - sinnvoll oder nicht?

Da stellt sich so manchem Anlagenbetreiber nicht ganz zu Unrecht die Frage, ob er seine Anlage nicht doch lieber vom Schnee befreien sollte. Experten sind hier geteilter Meinung. Viele vertreten die Ansicht, dass man, nicht zuletzt aufgrund der Gefahren einer Schneeräumung, auf diese verzichten und die Zeit einfach aussitzen sollte. Andere wiederum preisen bestimmte, teils auch eigene Systeme an, mit denen die PV Anlage vom Schnee befreit werden kann. Letzten Endes muss jeder Anlagenbetreiber diese Entscheidung selbst treffen.

Erträge der PV Anlage in Relation zur Schneedecke

Die größte Angst, die PV Anlagenbetreiber mit Schnee verbinden, liegt in dem Ertragsverlust. Dabei ist die Gefahr, dass es durch die Schneelast zu Schäden am Dach selbst oder am Gebäude kommt, sehr viel höher. Wer sich die Ertragswerte einer klassischen PV Anlage im Sommer bzw. im Winter ansieht, wird schnell feststellen, dass drei Viertel der Erträge in den Sommermonaten erreicht werden. Nur ein Viertel wird über den Winter erwirtschaftet. Ein einziger Sommertag kann also so viel Strom erzeugen, wie eine ganze Winterwoche. Dennoch wollen viele Betreiber von Photovoltaikanlagen auch im Winter nicht auf die solare Stromerzeugung verzichten. Deshalb soll hier veranschaulicht werden, wie stark sich eine Schneedecke auf die Erträge auswirkt.

  • Leichte Schneedecke:
    In Gegenden mit wenig Schneefall kann damit gerechnet werden, dass die wenigen gefallenen Flocken nach höchstens einem Tag wieder geschmolzen sind. Die Ertragsminderung fällt sehr gering aus. Der Aufwand der Schneeräumung steht in keinem Verhältnis zum Nutzen.
  • Mittlere Schneedecke:
    Bei einer mittleren Schneedecke kann es schon zum Totalausfall kommen, wenn die Solarmodule vollständig vom Schnee bedeckt sind. Allerdings liegen die durchschnittlichen Ertragswerte für den Monat Januar beispielsweise bei um die 20 bis 25 kWh pro kWp, im Juni dagegen bei 120 bis 138 kWh pro kWp. Die Ertragsminderung ist also vergleichsweise gering. Eine Schneeräumung kann durchgeführt werden, muss aber nicht.
  • Dicke Schneedecke über mehrere Tage / Wochen:
    Der Totalausfall der Stromerzeugung durch die Solaranlage ist garantiert. Hinzu kommt die Gefahr, dass das Dach beschädigt wird. Die Schneeräumung ist zwingend zu empfehlen.

Welche Möglichkeiten gibt es zum Schnee abräumen?

Natürlich stellt sich die Frage, welche Möglichkeiten, es zum Schnee abräumen gibt. Hier muss unterschieden werden zwischen bis zu drei Varianten:

  1. Schnee abräumen durch den Betreiber
  2. Schnee abräumen durch den Profi
  3. Schnee abräumen mit Hilfe der Technik

1. Eigene Schneeräumung durch den Anlagenbetreiber

Anlagenbetreiber können den Schnee selbst vom Dach entfernen. Allerdings sollten sie ein paar wichtige Grundregeln beachten:

  • Sicherheit geht vor:
    Deshalb sollte immer mit Absturzsicherungen und Sicherungsleinen gearbeitet werden, sonst können schlimme Unfälle passieren. Schneebedeckte Dächer sind nämlich meist noch rutschiger, als nasse Dächer.
  • Keine scharfen Werkzeuge:
    Die Schaufel aus dem Garten ist garantiert die falsche Variante, um Schnee vom Dach zu räumen. Damit können die empfindlichen Solarmodule zerkratzt werden. Besser sind einfache Besen.
  • Für Bastler:
    Eine Vorrichtung aus einem Vierkantholz, das auf eine lange Dachlatte aufgeschraubt wird, ist für die Schneeräumung geeignet. Dieses Vierkantholz wird mit einem Tuch umwickelt, um Schäden an den Modulen zu verhindern. Anschließend kann der Schnee abgezogen werden.
  • Teleskopstangen:
    Im Handel sind auch entsprechende Teleskopstangen für die manuelle Schneeräumung von PV Anlagen erhältlich. Wichtig ist aber, dass diese oft nur fünf oder zehn Meter lang sind. Dadurch ist ein enormer Kraftaufwand vonnöten, um das Dach vom Schnee zu befreien.

2. Professionelle Schneeräumung

Eine andere Möglichkeit ist es, die Solaranlage vom Profi, wie einem Dachdecker, vom Schnee befreien zu lassen. Hierfür ist natürlich mit entsprechenden Kosten zu rechnen, so dass sich Verbraucher gut überlegen sollten, ob sich dies rechnet. Ebenfalls zu berücksichtigen ist, dass sehr große Schneemengen auf dem PV Dach nicht nur den Ertrag der Anlage minimieren können. Auch kann es durch die Schneelast zu Schädigungen an der Unterkonstruktion der PV Anlage kommen, was schließlich zu Schäden am Dach selbst führen kann.

Gerade bei Steildächern sollte für die Schneeräumung jedoch der Fachmann zu Rate gezogen werden, denn er hat nicht nur die nötige Erfahrung, sondern kann auch auf entsprechende Sicherungseinrichtungen zurückgreifen, um gefährliche Unfälle zu vermeiden. Zudem verfügt er über die richtigen Werkzeuge, so dass die Solarmodule selbst durch die Reinigung nicht beschädigt werden.

3. Technische Schneeräumung

Die technischen Varianten sind am sichersten und einfachsten, allerdings auch mit hohen Kosten verbunden. Hier sind folgende Varianten zur Schneeräumung besonders bekannt:

  • SnowAway von Firma Schletter aus Hagen
  • System von Schneerutsch und Futsch aus Mitterfels
  • Elektrisches Antauen von Firma Inek Solar aus Bischofsheim
Das SnowAway System wurde von Firma Schletter angeboten

Sie hat das System aber mittlerweile vom Markt genommen, was wohl an der geringen Nachfrage lag. Das System des Unternehmens konnte wahlweise direkt beim Bau der Anlage installiert oder später nachgerüstet werden. Allerdings muss der Schnee bereits leicht angetaut sein, sonst kann auch dieses System nur wenig ausrichten. Hier wird auf ein System gesetzt, das mit weichen Kunststoffteilen versehen ist, die mit den Modulen in Berührung kommen und so den Schnee abräumen sollen. Durch die weichen Kunststoffteile wurde gewährleistet, dass die Module selbst nicht beschädigt wurden. SnowAway kostete etwa 600 bis 800 Euro für eine 3 bis 5 kWp Anlage, so dass nach 20 Jahren Anlagenbetrieb die Investitionskosten gerade einmal gedeckt wären. Das ist wohl auch einer der Gründe, warum das System nicht mehr am Markt ist.

Die Firma Schneerutsch und Futsch aus Mitterfels setzt auf ein etwas anderes System

Hierbei wird verhindert, dass der Schnee überhaupt auf die Solarmodule fällt. Wenn der Schneefall einsetzt, kann wahlweise manuell oder vollautomatisch eine Kunststoffgitterplane über die Solarmodule gezogen werden. So werden die Module abgedeckt und nach drei bis fünf Stunden – die Intervalle sind frei wählbar – wird die Plane wieder aufgerollt und streift dabei den auf ihr befindlichen Schnee ab. Laut Angaben des Unternehmens lassen sich mit diesem System etwa 60 Prozent Ertragsverlust in einem typischen Wintermonat ausgleichen. Diese Angaben erfolgten auf Basis einer Vergleichsrechnung für den Ort St. Englmar. Auf das gesamte Jahr hochgerechnet, macht das immerhin 16 Prozent der gesamten Anlagenerträge aus. Das Unternehmen gibt an, dass die Kosten für das System bei etwa 15.000 Euro für eine 30 kWp Anlage und bei 8.000 Euro für eine 10 kWp Anlage liegen. Das sind etwa 500 bis 800 Euro pro kWp. Damit rechnet sich dieses System nach 20 Jahren Anlagenbetrieb ebenfalls gerade so.

Inek Solar, ein Unternehmen aus Bischofsheim, nahe Rüsselsheim, setzt nicht auf ein klassisches eigenes System, das hohe Kosten für den Verbraucher mit sich bringt

Hier geht es eher um die Hilfe zur Selbsthilfe, wofür das Unternehmen sogar verschiedene Versuchsreihen durchgeführt hat. Das Unternehmen macht es sich zunutze, dass Solarmodule nicht nur Strom erzeugen, sondern diesen auch verbrauchen können. Dafür bietet das Unternehmen die De-Icing-Box an, die für Wechselrichter von Solutronic geeignet ist. Diese Box versorgt die Solarmodule mit Strom. Dadurch erwärmen sich selbige und der Schnee kann antauen. In einer Versuchsreihe konnte ein Solarmodul mit Strom versorgt werden und ist binnen sechs Stunden abgetaut. In der Regel muss aber nicht der gesamte Schnee geschmolzen werden, sondern es reicht aus, den Schnee anzutauen. Danach rutscht er, zumindest bei einer optimalen Dachneigung zwischen 30 und 40 Grad von selbst ab. Etwa vier sonnige Tage braucht es, um den Stromverbrauch wieder durch erzeugten Strom auszugleichen. Dabei reicht es in der Regel aus, wenn die Temperatur des Moduls um zwei bis drei Grad Celsius erhöht wird.