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Dacheindeckung und die Photovoltaikanlage

Nahezu bei jeder Dacheindeckung ist eine PV-Installation möglich. Auch eine Möglichkeit stellen die Dachziegeln oder die Indachmontage dar.

Grundsätzlich sind fast alle Dacheindeckungen geeignet, um eine PV-Anlage zu installieren. Problemlos kann diese auf Dacheindeckungen installiert werden aus Dachziegeln, Dachpfannen, Biberschwanz, Schilf (besser bekannt als Reetdach) und sonstigen Dacheindeckungen.

Grundvoraussetzung bei allen Arten der Dacheindeckung ist aber, dass diese tragfähig genug ist. Das heißt, dass die statischen Anforderungen der PV-Anlage zwingend erfüllt werden müssen, bevor die PV-Anlage installiert werden kann.

Eine Ausnahme gilt jedoch: Und zwar sollten Dächer, die älter als 20 Jahre sind, genauer untersucht werden. Wurden hier Wellplatten oder Kunstschiefer verwendet, kann sich dies auf die Tragfähigkeit auswirken. Dann kann die Installation einer PV-Anlage aus statischen Gründen unmöglich werden.

Generell nicht möglich ist die PV-Anlage dagegen auf Asbest-Dächern. Diese zu überdecken oder das Asbest mit anderen Materialien, wie den Solarmodulen, zu verbinden, ist nicht nur nicht erlaubt, sondern kann sich sogar gesundheitsschädigend auswirken. Auch Genehmigungen hierfür werden nicht ausgeteilt. Wer sich unsicher ist, wie es um sein Dach bestellt ist, sollte in den Bauunterlagen nachschlagen. Dort finden sich in der Regel alle entsprechenden Hinweise.

PV-Anlage ohne Dacheindeckung

Wird die PV-Anlage ohne vorhandene Dacheindeckung installiert oder soll sie diese vollständig ersetzen, spricht man auch von einer Indach-Montage. Das heißt, dass auf Dachziegel und Co. vollständig verzichtet werden kann. In Deutschland ist die PV-Anlage ohne Dacheindeckung bisher nur selten zu finden, was nicht zuletzt an der Fördersituation liegt. In Italien oder Frankreich ist man da bereits deutlich weiter. Außerdem wird bei der PV-Anlage ohne Dacheindeckung zwischen zwei Varianten unterschieden:

  • Indachanlagen
    Die Solarmodule werden in die Dachhaut integriert.
  • Solardachziegel
    Klassische Dachziegel werden zum Decken des Dachs verwendet, tragen aber selbst kleine Solarmodule.

Indachanlagen - die bessere Wahl?

Solarmodule bei Indachanlagen sind einer höheren Wärme ausgesetzt. Deswegen erzeugen sie auch entsprechend weniger Strom.

Um das herauszufinden, müssen die Vor- und Nachteile genauer betrachtet werden.

Nachteile Indachanlage

Bei den Indachanlagen kann es zur vollständigen Deckung des Dachs mit Solarmodulen kommen. Allerdings gibt es einige Nachteile zu berücksichtigen:

  • Geringe Erträge:
    Ein Knackpunkt sind oft die geringeren Erträge von Indachanlagen. Aufgrund der Wärmeentwicklung sinkt der Leistungsgrad der Solarmodule. Die optimale Betriebstemperatur für kristalline Solarzellen liegt bei 25° C. Alle Werte, die darüber hinausgehen, sorgen für eine Verringerung des Wirkungsgrads. Allerdings lässt sich dieser geringe Ertrag mit einer durchdachten, guten Belüftung auf wenige Prozent eindämmen. Schwierig wird es lediglich, wenn die Indachanlage über einem ausgebauten Dachboden liegt, der sich im Sommer sehr stark aufheizt.
  • Hohe Kosten:
    Der Kostenfaktor ist ebenfalls als wichtiger Nachteil anzusehen. Da Indachanlagen bisher eher ein Nischenmarkt sind, wird dieser auch nur von wenigen Herstellern bedient, so dass die Anschaffungskosten vergleichsweise hoch sind. Darüber hinaus werden meist spezielle, aber genauso teure Solarmodule verwendet. Wer dies umgehen will, setzt auf herkömmliche Module, die ebenso für die Aufdach-Montage genutzt werden und hält somit die Mehrkosten gering.
  • Probleme mit dem Bau:
    Vielfach wird angegeben, dass die Dichtigkeit des Dachs bei Indachanlagen nicht gewährleistet werden könnte. Das war sicher einmal so, bei modernen Systemen sind aber die Entwicklungen soweit fortgeschritten, dass diese Probleme nicht mehr auftauchen. Sie werden entweder auf einer Unterspannbahn befestigt, die sich auf einem Unterdach befindet oder auf einer klassischen Dacheindeckung, so dass ein späterer Austausch einzelner Module jederzeit möglich ist.
  • Steuern:
    Steuerliche Nachteile für Indachanlagen ergaben sich noch bis 2009.
    Seit 2010 hat sich das Blatt aber gewendet und sie lassen sich genauso von der Steuer absetzen, wie die Aufdachanlagen.
Vorteile Indachanlage

Neben den Nachteilen, die mit ein wenig Geschick gar keine Nachteile mehr sein müssen, haben Indachanlagen natürlich auch jede Menge Vorteile zu bieten:

  • Ästhetik:
    Natürlich sind Indachanlagen bei weitem ästhetisch ansprechender, als ihre Konkurrenz. Insbesondere in Wohngebieten, in denen Aufdachanlagen verpönt sind, stellen sie eine gute Alternative dar.
  • Denkmalschutz:
    Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen, dürfen oft keine Aufdach-Montage durchführen. Hier sind Indachanlagen oft die einzige Möglichkeit, um eine Solaranlage zu installieren.
  • Kosten:
    Werden Dacheindeckung und Solaranlagen-Montage in einem Gewerk vereint, so lassen sich insbesondere bei Neubauten hohe Kosteneinsparungen erzielen.

Solardachziegel – spielen nur eine Nebenrolle

Die Solardachziegel sehr ästhetisch doch leider mit vielen Nachteilen.

Den Indachanlagen stehen die Solardachziegel gegenüber. Die Solardachziegel bieten dabei ebenfalls einige Chancen, konnten sich bisher am Markt aber nicht durchsetzen. Sie sind dabei in verschiedenen Ausführungen erhältlich, etwa als Tondachziegel, Betondachstein oder Biberschwanz.

Sie werden wie klassische Dachziegel auf das Dach aufgebracht und tragen kleine Solarmodule. Diese werden mit Hilfe von Steckverbindungen nach dem Dach decken vom Installateur zu einer großen Einheit verbunden, die auch als Photovoltaikgenerator bezeichnet wird. Obwohl die Solardachziegel schon seit den 1990er Jahren auf dem Markt sind, haben sie sich bisher nicht durchsetzen können. Gründe dafür sind unter anderem:

  • Kosten:
    Die einzelnen Solardachziegel müssen mittels Steckverbindungen verschaltet werden. Das ist zeitaufwändig und lässt die Installationskosten drastisch steigen.
  • Wirkungsgrad:
    Im Gegensatz zu herkömmlichen Aufdachanlagen können Solardachziegel nur geringe Wirkungsgrade erreichen.
  • Hinterlüftung:
    Insbesondere Solardachziegel müssen bestens hinterlüftet werden. Sie neigen nämlich dazu, sehr schnell sehr heiß zu werden. Und damit sinkt natürlich wieder der Leistungsgrad.
  • Fläche:
    Da die Solarmodule in die Ziegel integriert sind, wird wertvolle Dachfläche verschenkt. Dadurch sind Solardachziegel auch bei großen Dächern oft nicht rentabel, da Modulfläche einfach nicht genutzt werden kann.

Die Solardachziegel spielen deshalb heute nur eine untergeordnete Rolle in der deutschen Photovoltaik-Landschaft. Im Vergleich zur Aufdachanlage können die Solardachziegel nur ein sehr viel geringeres Preis-Leistungs-Verhältnis aufweisen. Es wird weniger Strom erzeugt, trotzdem sind die Kosten höher. Deshalb werden die Solardachziegel fast ausschließlich dort eingesetzt, wo besonders großer Wert auf Ästhetik oder Denkmalschutz gelegt wird.

Auswirkungen der Dacheindeckung auf die Montage

Die Aufdach-Montage

Bei der Aufdach-Montage werden oftmals Dachsparrenanker benötigt. Diese kommen insbesondere bei Ziegeldächern zum Einsatz und werden direkt auf den Dachsparren befestigt. Aber es gibt auch schon einige Ziegel auf dem Markt, die eine entsprechende Halterung für die PV-Anlage bereits von Haus aus enthalten. Die Aufdach-Montage bei Wellplattendächern und Dächern, die mit Trapezblech gedeckt sind, fallen in der Regel etwas anders aus. Hier werden spezielle Befestigungselemente benötigt. Sie werden mit Hilfe von Stockschrauben auf dem Dach befestigt.

Die Indach-Montage

Bei der Indach-Montage sieht es etwas anders aus. Hier wird eine bestehende Dacheindeckung einfach durch Solarmodule ersetzt. Sie ist bei nahezu allen Dacheindeckungen möglich, ausgenommen sind lediglich Reetdächer und Dacheindeckungen aus Blech.