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Welche Förderungen gibt es für PV-Anlagen?

Zunächst stellt sich dem interessierten Verbraucher natürlich die Frage, welche Förderungen überhaupt für PV-Anlagen greifen. Dabei lassen sich diese grob in folgende Klassen einteilen:

  1. Einspeisevergütung nach EEG
  2. Eigenverbrauchsvergütung
  3. zinsgünstige Darlehen von Bund, Ländern und Kommunen
  4. Zuschüsse von Bund, Ländern und Kommunen

1. Einspeisevergütung nach EEG
Die bekannteste Form der PV-Förderung ist die Einspeisevergütung, die im Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) fest verankert ist. Sie wird für jede erzeugte Kilowattstunde Strom gezahlt, die ins öffentliche Netz des Stromversorgers eingespeist wird. Seit 2012 gibt es eine neue Klassifizierung nach dem EEG. So werden jetzt Anlagen bis 10 kW anders gefördert, als bisher. Dafür entfällt die Klasse der Anlagen bis 100 kW ab Mai 2012. Zusätzlich gibt es gesonderte Vergütungen für Photovoltaikanlagen bis 400 kWp, 1.000 kWp und für Anlagen zwischen 1.000 kWp und 10.000 kWp und Freiflächenanlagen-Parks bis zu 10 MW. Die Höhe der Einspeisevergütung hängt vom Zeitpunkt ab, an dem die Anlage in Betrieb genommen wird. Von da ab wird sie für 20 Jahre festgelegt.

2. Eigenverbrauchsvergütung
Seit 2009 wollte die Bundesregierung nicht mehr, dass der aus PV-Anlagen erzeugte Strom ausschließlich ins öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Kurzerhand wurde die Eigenverbrauchsvergütung eingeführt. Hierbei können die Anlagenbetreiber den mit der Anlage erzeugten Strom auch selbst nutzen und profitieren dabei nicht nur von der Unabhängigkeit vom Stromanbieter, sondern können ebenfalls noch Geld für den entnommenen Strom erhalten. So wird gleich doppelt gespart. Dabei gibt es zwei Sätze: Zum einen wird eine Vergütung für einen Eigenverbrauch bis 30 Prozent der Leistung der Anlage gezahlt, zum anderen für den Verbrauch von mehr als 30 Prozent. Die Eigenverbrauchsvergütung steigt dabei, je mehr Strom verbraucht wird. Ihre Höhe hängt vom Jahr der Inbetriebnahme ab und sie wird für 20 Jahre gezahlt.
Die Eigenverbrauchsvergütung gilt jedoch nur für Photovoltaikanlagen, die vor dem 1.4.2012 errichtet wurden.

3. Zinsgünstige Darlehen von Bund, Ländern und Kommunen
Die dritte Variante zur Förderung von PV-Anlagen besteht in zinsgünstigen Darlehen, die von Bund, Ländern und Kommunen speziell für die Anschaffung einer PV-Anlage aufgelegt worden sind. Die KfW oder die Umweltbank sind in diesen Fällen die richtigen Ansprechpartner. Allerdings können die Programme, die von den einzelnen Ländern und Kommunen geboten werden, sehr stark voneinander unterscheiden. Verbraucher, die diese Fördermittel in Anspruch nehmen wollen, sollten deshalb im Vorfeld prüfen, welche Fördermittel in ihrer Region zur Verfügung stehen.

4. Zuschüsse von Bund, Ländern und Kommunen
Die letzte Variante zur Förderung von Photovoltaikanlagen sind Zuschüsse. Sie müssen nicht zurückgezahlt werden und können ebenfalls stark variieren, je nachdem, an welchem Ort die Anlagen aufgestellt werden sollen. Auch hier lohnt es sich, eine umfassende Beratung von einem erfahrenen Solarteur in Anspruch zu nehmen. Dieser beantragt für seine Kunden entsprechende Zuschüsse und Darlehen oft auch und weiß deshalb ganz genau, welche Programme für die einzelnen Regionen gelten. Zusätzlich gibt es oft noch Zuschüsse von den Energieversorgern selbst, die durch kleine private PV-Anlagen ihren Energiemix aufwerten wollen.

Wie hoch liegen die Förderungen bei den einzelnen Maßnahmen?

Die Fördersummen bei den einzelnen Maßnahmen sind sehr unterschiedlich. Folgende Tabelle soll beispielhaft aufzeigen, welche Förderung für eine klassische 5 kWp Anlage in Frage kommt:

ProgrammFörderung
Einspeisevergütung12,30 ct / kWh erzeugtem Strom
Eigenverbrauchsvergütung8,05 ct / kWh bis zu 30 Prozent Eigenverbrauch

12,43 ct / kWh ab 30 Prozent Eigenverbrauch

gilt nur für Anlagen, die bis zum April 2012 errichtet wurden
zinsgünstige DarlehenKfW Programme „Solarstrom erzeugen“ und ERP-Umwelt- und Energiesparprogramm, sowie KfW-Umweltprogramme fördern Photovoltaikanlagen mit Darlehen – die Höhe ist abhängig von der Größe der Anlage und weiteren Faktoren

weitere zinsgünstige Darlehen können von Bundesländern und Kommunen bereit gestellt werden
ZuschüsseZuschüsse können von Kommunen und Energieversorgern geboten werden

Höhe hängt von verschiedenen Faktoren und dem Zuschussgeber ab

Es gibt also gerade bei Zuschüssen und Darlehen keine eindeutigen Aussagen, so dass diese stets individuell berechnet werden sollten. Der erfahrene Solarteur gibt hier aber gerne Auskunft.

Wie entwickelt sich die Förderung weiter?

Die Förderung für Photovoltaikanlagen hat in den vergangenen Jahren große Entwicklungen durchgemacht. Zunächst gab es sehr hohe Förderungen und Einspeisevergütungen, sowie zinsgünstige Darlehen in enormen Größenordnungen. Allerdings sanken die Photovoltaik Preise rapide ab und so erschien es nicht mehr sinnvoll, die Förderungen so hoch zu halten. Deshalb sind diese immer wieder angepasst und nach unten korrigiert worden, wie die folgende Grafik zeigt:

Förderung halbiert seit 2008

Das EEG sieht ohnehin eine regelmäßige Senkung der Einspeisevergütung vor, zusätzlich wurden aufgrund der massiv gefallenen Anlagenpreise weitere Senkungen vorgenommen. Die Eigenverbrauchsvergütung ist ab April 2012 sogar vollständig entfallen. Außerdem werden nur noch 90 Prozent bei 10 kWp - 40 kWp Anlagen und 90 Prozent bei Anlagen bis 1000 kWp des erzeugten Stroms vergütet, sollte dieser vollständig ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Damit will die Regierung den Eigenverbrauch nochmals fördern, ohne dafür aber hohe Kosten zu nutzen.

Kosten und Förderung von Solarstrom seit 2006

Für die kommenden Monate sind weitere Senkungen, insbesondere bei der Einspeisevergütung geplant. Wurden Anlagen, die bis März 2012 in Betrieb genommen wurden, noch mit einer Einspeisevergütung von 24,43 Cent / kWh belohnt, so sind es ab April nur noch 19,50 Cent / kWh. Danach sinkt die Vergütung monatlich bis zum Jahr 2014 um ca. 0,15 Cent / kWh ab, so dass ab 2014 voraussichtlich nur noch 16,65 Cent / kWh gezahlt werden. Aktuell beträgt die Einspeisevergütung 12,30 Cent / kWh. Trotz allem kann sich die PV-Anlage auch weiterhin lohnen, denn wer seinen eigenen Strom produziert, kann weitgehend unabhängig von den großen Stromversorgern bleiben.

Folgende Grafik zeigt den weiteren geplanten Verlauf der Solarstrom-Förderung:

Geplante Solarstrom-Förderung
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