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Umweltkredite der Umweltbank

Die Umweltbank ist demzufolge eine Möglichkeit, die eigene Photovoltaikanlage zu finanzieren. Allerdings ist beim Solarkredit anzumerken, dass dieser mindestens 15.000 Euro betragen muss und nur einen Teilbetrag der Kosten für die PV-Anlage ausmacht. Bei einer Investitionssumme von 20.000 Euro beispielsweise werden lediglich 8.300 Euro Finanzierungsbedarf ermittelt. Dies führt dazu, dass eine Kreditaufnahme bei der Umweltbank aufgrund des geringen Finanzierungsbedarfs ausgeschlossen ist.

Die Kredite der Umweltbank für PV-Anlagen sind aber dennoch lohnenswert, vorwiegend dann aber für größere Anlageprojekte. Es gibt hierfür drei Kreditvarianten, die im Folgenden näher beleuchtet werden sollen:

KreditvarianteClassicFlexibelPremium
Kreditbetragbis 100.000 €ab 100.000 €
Auszahlung100 %, keine Sondertilgungen98 %, Sondertilgungen möglich100 %, keine Sondertilgungen
Laufzeitbis 18 Jahrebis 15 Jahre
Tilgungsfreie Anlaufjahre1 Jahr
Sollzinssatz3,95 %3,75 %
Zinsbindung10 Jahre
Effektiver Zinssatzab 4,01 %3,80 %
Ratenzahlungmonatlich / quartalsweisequartalsweise, selten Ausnahmen
Individuelle Projektprüfung-ja
Kosten für Projektprüfung-1 %
Mehrwertsteuer Zwischenfinanzierungab 10.000 € MwSt-Zwischenfinanzierungsbedarf möglichja
Kontoführung und Anlage der Einspeisevergütung mit Tagesgeldverzinsung bei der Umweltbank-ja
Bürgschaft für die Zahlung gegenüber dem Lieferanten der Anlage-ja

Zusätzlich verlangt die Umweltbank Bereitstellungszinsen in Höhe von monatlich 0,25 Prozent, sofern Beträge einen Monat nach der Kreditzusage noch nicht abgerufen wurden. Außerdem lassen sich mit Hilfe der Umweltbank auch Solar-Projekte mit einem Finanzierungsvolumen von mehr als 750.000 Euro umsetzen, diese müssen allerdings individuell bewertet und ausgehandelt werden.

Antragsberechtigt bei der Umweltbank sind unter anderem Vereine, Unternehmen, Kapitalanleger und Investoren. Die Anlage muss, um von der Umweltbank gefördert zu werden, aus zertifizierter Anlagentechnik bestehen. Entsprechende Zertifikate sind vorzulegen. Die Anlagen dürfen sich dabei sowohl auf dem eigenen, als auch auf gepachteten Dächern befinden. Anteile an Gemeinschaftsanlagen, sowie bestehende Photovoltaikanlagen werden von der Umweltbank keinen Kredit erhalten. Nähere Informationen zu den genauen Bedingungen der Umweltbank sind auf deren Internetseiten zu finden.

Kredite bei der Hausbank

Auch die Hausbank kann für die PV-Anlage einen Kredit zur Verfügung stellen. Allerdings sind die Konditionen meist nicht ganz so günstig. Deshalb lohnt es sich, bei einem entsprechenden Vorhaben die Hausbank auf mögliche Förderungen anzusprechen. So bietet beispielsweise die Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW, vielfältige Förderprogramme für Erneuerbare Energien und damit auch die Photovoltaikanlage an. Voraussetzung für die Kredite der KfW ist die Beantragung über die Hausbank. Welche Programme in Frage kommen, kann bei der KfW Förderbank nachgelesen werden. An dieser Stelle würde es schlicht und ergreifend den Rahmen sprengen, alle zinsvergünstigten Darlehen und Zuschüsse der KfW aufzuzählen.

Die Bankberater sollten hier ebenfalls Auskunft geben können. Wichtig ist, dass die KfW nur Anlagen fördert, die bei der Antragstellung noch nicht beauftragt wurden. Dementsprechend sollte erst die Finanzierung auf sichere Beine gestellt werden, bevor mit der eigentlichen Anlagenplanung begonnen wird. Wichtig ist ebenfalls, dass die KfW in der Regel nur einen Teilbetrag der Kosten übernimmt, die übrigen Beträge werden über die Hausbank finanziert. Durch die Kombination beider Kreditvarianten lassen sich jedoch dank insgesamt günstigerer Konditionen hohe Einsparungen erzielen.

Kreditbelastung unter Berücksichtigung der Einspeisevergütung

Natürlich ist es für den Verbraucher von entscheidender Bedeutung, wenn er einen Kredit aufnimmt, auch zu erfahren, wie hoch seine Kreditbelastung ist. Dafür ist es wichtig, sich zunächst die Kosten der Photovoltaikanlage, den Finanzierungsbedarf, sowie die zu erreichende Einspeisevergütung anzusehen. Folgendes Rechenbeispiel soll dies verdeutlichen:

  • Photovoltaikanlage auf Satteldach (100 m²)
  • Standort: 30165 Hannover
  • Inbetriebnahme der Anlage: März 2012
  • Anschaffungskosten der Anlage: 12.500 €
  • Eigenkapital: 2.000 €
  • Finanzierungsbedarf: 10.500 €
  • Effektiver Zinssatz pro Jahr: 5,00 %
  • Laufzeit: 20 Jahre

Unter Annahme dieser Daten ergibt sich folgende Berechnung:

DachausrichtungSüdSüd-OstWestSüd-West
Dachneigung30°15°45°60°
Jahresrate823,80 €823,80 €823,80 €823,80 €
Gesamtkosten für das Darlehen16,476,65 €16,476,65 €16,476,65 €16,476,65 €
Jahresstromertrag4.765 kWh4.434 kWh3.626 kWh4.227 kWh
Jahreseinspeisevergütung1.164,00 €1.083,00 €886,00 €1.033,00 €
Jahresertrag nach Abzug der Ratenzahlungen340,20 €259,20 €62,20 €209,20 €
Ertrag der Anlage nach 20 Jahren6.804,00 €5.184,00 €1.244,00 €4.184,00 €

Es wird also deutlich, dass in allen genannten Fällen ein Plus unterm Strich heraus kommt und sich die Solaranlage auf dem eigenen Dach doch deutlich lohnt. Je nach Dachneigung und Ausrichtung kann die Ertragslage stärker oder schwächer ausfallen, doch ins Minus rutscht keines der Dächer in unseren Beispielen, obwohl die Anlagen zum Großteil über eine klassische Bankfinanzierung finanziert wurden.

Abtretung der Einspeisevergütung als Sicherheit

Soll ein Darlehen für die Photovoltaikanlage aufgenommen werden, so verlangen die Banken, wie bei jedem anderen Darlehen auch, Sicherheiten. Eine Grundschuld, eine Dienstbarkeit und ähnliches können dafür im Grundbuch eingetragen werden. Die gängige Variante, zumindest momentan, ist es jedoch, die Einspeisevergütung, die aus dem Betrieb der Anlage resultiert, als Sicherheit heranzuziehen.

Das heißt konkret, dass eine Photovoltaikanlage Erträge aus der Einspeisung des erzeugten Stroms ins öffentliche Netz erzielt. Diese Erträge kann die Bank pfänden, sollten die Raten für den PV-Kredit nicht zurückgezahlt werden. Dadurch erhöht sich die Sicherheit der Bank, denn die einmal vereinbarte Einspeisevergütung wird für insgesamt 20 Jahre gewährt und nicht alle Darlehen laufen auch über diese lange Zeit. Dadurch bleibt während der Darlehenslaufzeit ein gewisses Maß an Sicherheit erhalten, das nicht direkt vom Kreditnehmer abhängt, wie es beispielsweise bei Lohn- und Gehaltsansprüchen als Sicherheit der Fall ist.

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