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Wann ist eine Reinigung notwendig?

Sichtbare Verschmutzungen sollten nicht der einzige Initiator für eine PV Reinigung sein. Denn gerade feine Staubschichten, die durch Wind oder Regen abgelagert werden, springen nicht sofort ins Auge, können auf lange Sicht eine Anlagenreinigung jedoch unbedingt notwendig machen.

Deshalb sollte man fernab von der regelmäßigen optischen Inspektion des PV Systems unbedingt den Ertrag im Blick behalten, denn dass eine Reinigung notwendig ist, erkennt man daran, dass der Photovoltaikertrag in unverhältnismäßigem Ausmaß absinkt.

Um zu berechnen, wann die verschmutzungsbedingten Ertragseinbußen eine Reinigung des Photovoltaiksystems erforderlich machen, gibt es sogar eine Formel. Als Beispiel dient eine 5 kWp Photovoltaikanlage mit einer Kollektorfläche von etwa 50 m², zwei Euro Reinigungskosten pro Kollektorquadratmeter und 1.197 € jährliche Einspeisevergütung:

  1. Reinigungskosten / Einspeisevergütung pro kWh = Reinigung in kWh

    100 € Reinigungskosten / 0,2443 € Einspeisevergütung = 410 zu erzeugende kWh


  2. Reinigung in kWh x 100 / durchschnittliche kWh Erzeugung pro Jahr = prozentualer Ertragsverlust, ab dem eine Reinigung sinnvoll ist

    410 kWh x 100 / 4.900 kWh = 8,37 %

Im vorliegenden Fall wird die Reinigung also dann notwendig, wenn anstatt der durchschnittlichen 4.900 kWh nur noch 4.490 kWh pro Jahr ins Stromnetz eingespeist werden können.

Wirtschaftlichkeitsberechnung vor und nach der Reinigung

Prinzipiell sollte man die Reinigung einer Photovoltaikanlage dann ins Auge fassen, wenn entsprechend obiger Formel der prozentuale Ertragsverlust erreicht ist.

Gerade in Gebieten mit hohem Verschmutzungsgrad kann dieser Wert bereits nach einem Jahr erreicht sein.

Dazu hier ein Wirtschaftlichkeitsbeispiel oben genannter 5 kWp PV Anlage mit gewöhnlich 4.900 kWh Stromerzeugung pro Jahr und daraus resultierend 1.197 € Einspeisevergütung mit und ohne regelmäßige Reinigung.

 Ohne ReinigungMit Reinigung
1. JahrErtragsverlust0 %0 %
Reinigungskosten0 €0 €
Ertrag1.197 €1.197 €
Gewinn1.197 €1.197 €
2. JahrErtragsverlust 8,37 %0 %
Reinigungskosten0 €100 €
Ertrag1.097 €1.197 €
Gewinn1.097 €1.097 €
3. JahrErtragsverlust 9,6 %0 %
Reinigungskosten0 €100 €
Ertrag1.082 €1.197 €
Gewinn1.082 €1.097 €
4. JahrErtragsverlust 10,8 %0 %
Reinigungskosten0 €100 €
Ertrag1.068 €1.197 €
Gewinn1.068 €1.097 €
5. JahrErtragsverlust 12 %0 %
Reinigungskosten0 €100 €
Ertrag 1.197 €
Gewinn1.053 €1.097 €
10. JahrErtragsverlust 19 %0 %
Reinigungskosten0 €100 €
Ertrag970 €1.197 €
Gewinn970 €1.197 €

Regelmäßige Reinigung in Eigenregie

Auch wenn man sich konsequent an die Vorgaben bezüglich der zeitlichen Notwendigkeit einer professionellen Photovoltaikreinigung hält, so sollte man sich selbst dennoch nicht gänzlich aus dieser Thematik heraus ziehen. Denn punktuelle Verunreinigungen wirken sich als Verschattung aus und ziehen ein komplettes Solarmodul in Mitleidenschaft.

Deshalb sollte man hin und wieder selbst Hand an die Photovoltaikanlage im Reinigungskontext legen.

Wie oft dies erforderlich ist, kann pauschal nicht gesagt werden, sondern hängt elementar mit dem vorherrschenden Verschmutzungsgrad zusammen. Allerdings hat es sich als sinnvoll erwiesen

  • zum Jahreszeitenwechsel die manuelle Reinigung durchzuführen,
  • bei sichtbaren Verschmutzungen durch Vogelkot oder Staub selbst Hand anzulegen und
  • in den entsprechenden Jahreszeiten Laub und Schnee regelmäßig zu entfernen.

Dabei sollte man jedoch nicht mit schwerem Gerät ans Werk gehen. Für die Schneeräumung eignet sich ein weicher Besen, Laub lässt sich am besten mit den Händen abräumen, während zur Staubentfernung ein weiches Tuch und handelsüblicher Haushalts- beziehungsweise Glasreiniger ausreichen sollten.

Die jährliche professionelle Reinigung

Solarmodule neuester Generationen beinhalten bereits ein integriertes Selbstreinigungssystem und sind außerdem so konzipiert, dass dank der Schräge mit dem ablaufenden Regenwasser bereits regelmäßig Schmutz abgetragen wird.

Und dennoch sollte man die Bedeutung der professionellen Reinigung nicht verachten, denn die Ertragsminderung, die mit der Nichtdurchführung einer Reinigung einhergeht, kann die Photovoltaikfreude sehr schnell trüben.

Deshalb sollte man im Rahmen der jährlichen Wartungsarbeiten auch die Photovoltaikreinigung einfließen lassen, denn nicht zuletzt sind Verschmutzungen eine Verschattungskomponente mit negativen Auswirkungen auf das gesamte betroffene Solarmodul.

Selbstverständlich sind dabei die Kosten ein entscheidender Aspekt, der vergegenwärtigt sein möchte. Und hier kann man sich daran orientieren, dass pro zu reinigendem Kollektorquadratmeter ein Betrag zwischen einem und drei Euro zu entrichten ist.

Eine 5 kWp Anlage mit 50 m² Kollektorfläche kostet demnach zwischen 50 und 150 Euro für die Reinigung. Eine zehn kWp Anlage benötigt hingegen rund 100 Kollektorquadratmeter und schlägt folglich mit 100 bis 300 Euro für die professionelle Reinigung zu Buche. Mit steigender kWp Zahl der Photovoltaikanlage steigt folglich auch die benötigte Kollektorfläche, was sich in den Reinigungskosten widerspiegelt.

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